Wer ist eigentlich Björn Heuser

Have You Ever Seen – Björn Heuser ?!

Ich habe Herrn Heuser zum ersten Mal kennen gelernt als er mit seiner Gitarre in der Hand bei uns im Veedel in einer Kneipe stand und ein Mitsingkonzert gespielt hat. Vergangenen Oktober spielte er vor 12.000 Menschen in der Lanxess Arena – eine Entwicklung die keiner vorhersehen konnte und dem frisch gebackenen Vater immer noch unglaubwürdig erscheint.
Nach dem Sessionsauftakt, am 12.11., durfte ich ihn in seinem Arbeitsalltag begleiten und viel über den Menschen, “Björn Heuser” lernen.

Ich zögerte kurz, bevor ich die Klingel drückte. Mir war bewusst, dass drinnen ein Säugling schlafen könnte. Ich stand vor der Tür der Familie Heuser. Hier waren wir verabredet, um die Tour mit drei Auftritten zu starten. Als Björn die Tür schließlich öffnete, wurde ich herzlich empfangen. Ich kannte Björn und seine Frau schon von einigen Anlässen und dementsprechend war das Verhältnis zwischen uns sehr entspannt. Auch Junior wackelte lässig in seinem Kinderbettchen hin und her. Ziemlich pünktlich gegen 18 Uhr, fuhr dann der Wagen vor und es ging los.
Stop Nummer eins war in Stommeln, wo Björn als Eröffnungsnummer von einem Karnevalsverein gebucht war. Das anfänglich noch etwas unkonzentrierte Publikum hatte er schnell im Griff und nach der zweiten Nummer erhob sich der Saal von den Stühlen. 30 Minuten und zwei Zugaben später, traf ich Björn im Foyer wieder. In Gesellschaft. Denn viele Leute kamen aus dem Saal, um den Mann mit der Gitarre zu begrüßen, für den Auftritt zu loben und zum Nachwuchs zu gratulieren. Besonders fiel mir auf, wie viele Personen ihm Videos von der Show in der Lanxess Arena zeigten. Später im Auto erklärte Björn mir: “Es ist wirklich verrückt, wie viele Menschen diese Show berührt hat. Das war wirklich ein einzigartiges Erlebnis für mich.”

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Das zweite Konzert spielte in Erftstadt in einer Kneipe. Back to the roots für Herrn Heuser. Denn wie er mir erzählte, fing seine musikalische Karriere genau so an. “Ich war 14, als ich mir eine Gitarre schnappte und in einer Kneipe anfing mit den Gästen Lieder zu singen.”
Dabei blieb er dann auch nach der Schule. “Musik wurde zu einem wichtigen Bestandteil von mir und ich wollte nie etwas anderes machen.”
Da musste ich nachhaken. Kölsche Klassiker zu singen, ist ja nicht gleichzusetzen mit Musik “machen”. Björn grinste nur. In diese Schublade wird er sehr oft gesteckt. “Ich schreibe sogar sehr viel eigene Musik!”  Wenn man ein richtiges Björn Heuser Konzert besucht, dann bekommt man sehr viele seiner eigenen Stücke zu hören. Und unter anderem ist er 2015 für den Titelsong zu “Jeck Im Sunnesching” verantwortlich. Dass er mit Mitsing-Konzerten mal so erfolgreich werden würde, war zum einen nicht geplant und kam unerwartet. Aber klagen würde er nie. “Ich kann mit Gleichgesinnten kölsche Lieder singen! Das ist schön!”

Als wir auf dem Weg zurück nach Köln zu dem letzten Auftritt des Tages waren, fragte ich Herrn Heuser nach seiner Meinung zu dem Nachwuchs in der kölschen Musik. Denn, was auch wenige wissen, Björn unterstützt sehr fleißig junge Bands wie z.B. Fiasko oder Pläsier. Er hilft ihnen dabei, Songs zu schreiben, zu komponieren und verknüpft die Talente mit nützlichen Kontakten. Er macht sogar “Kölsch Coaching”. Denn auch wenn man eine enge Verbundenheit zur Domstadt hat, fällt es vielen schwer, die Kölsche Sproch vernünftig zu sprechen oder gar zu singen. Das trifft auch auf mich als eingefleischte Kölnerin zu. Das Rheinische liegt mir zwar auf der Zunge, aber ich bin weit davon entfernt, vernünftiges Kölsch zu sprechen.
Man merkt also, Björn Heuser ist nicht nur der Typ mit der Klampfe, der die Lieder anderer Lück singt. Hinter der Fassade steckt ein engagierter Vollblutmusiker, der seinen Pfaden folgt und anderen hilft, ihre eigenen zu betreten.

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Als der letzte Auftritt getan war, haben wir noch ein Feierabend-Kölsch in einer Veedelskneipe zu uns genommen und über die kommende Session philosophiert. Da kamen zwei Mädels im zarten Alter von 14 Jahren auf Björn zu und baten ihn mit den Worten “Wir waren auf dem Konzert in der Lanxess Arena!”, um ein Foto.
Björn legt extrem viel Wert auf Bodenständigkeit. Er erinnert sich an die Jahre ohne Erfolg und die damit verbunden Probleme Rechnungen zu bezahlen. “Ich bin sehr dankbar darüber, wo ich jetzt bin und gäbe es die ganzen Leute nicht, die das mit mir teilen, wäre ich nie soweit gekommen. Ein “Nein” zu Fotos gibt es nicht.”  Und genauso habe ich Björn Heuser auch empfunden.

 

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