ZIELE! Wo man hin will und wo man landet

WO MAN HIN WILL UND WO MAN LANDET – ZIELE VERWIRKLICHEN

Lebensplanung.

Für mich der absolute Horror. Spätestens nach der Schule, wo man den vorgegeben Weg des Lebens verlässt und Weichen verstellen kann, wird es kompliziert. Welche Ausbildung soll gemacht werden? Welchen Studiengang soll ich wählen? Es scheint immer öfter so, als müsse man mit 27 Jahren einen festen und gut bezahlten Job haben und beginnen, Familiengrundlagen zu bilden. Aber was, wenn man mitten auf der Karriereleiter bemerkt, dass man irgendwo mal falsch abgebogen ist und den gewählten Weg nicht weiter verfolgen möchte?

A photo by Greg Rakozy. unsplash.com/photos/0LU4vO5iFpM

Wie soll man mit Ende 20 oder sogar früher denn wissen, wo man mit 30 mal landen möchte? Die wenigsten Leute die ich kenne, arbeiten in einem Bereich, den sie gelernt haben. Eine Freundin, die Germanistik studierte, hat nun ein eigenes Tattoo Studio. Ein anderer Kumpel ist vom Klamottenvertrieb in die Gastronomie gewechselt. Ich bin gelernte Bürokauffrau und bin im Eventmanagement gelandet. Und wenn Leute ihren Plan konsequent durchgezogen haben, dann sind die wenigsten davon zufrieden und erfüllt. Oder stehen ausschließlich des Geldes wegen jeden morgen unmotiviert auf.

Meine persönliche Meinung dazu ist, lieber 2000 € weniger auf dem Konto, anstatt jeden Morgen zu kotzen, wenn ich zur Arbeit gehen muss. Klar, die laufenden Kosten für den auserkorenen Lebensstandard müssen gedeckt sein. Aber auch hier kann man sich ja, auf das für den eigenen Bedarf Nötigste beschränken. Man verbringt in einem regulären Job 40 Stunden in der Woche auf dem Arbeitsplatz und mit seinen Kollegen. Wenn man noch Hausarbeiten und Schlaf dazu kalkuliert, verbringt man von Montag bis Freitag mehr Zeit mit den Arbeitskollegen als mit der Familie, dem Partner oder für sich alleine in Ruhe. Meiner Meinung nach ein Opfer, welches ich nicht bringen möchte, wenn der Job mir nicht zu 100 % zusagt und Spaß macht.

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Welche Möglichkeiten hat man? Es gibt Leute die können sich damit arrangieren. Wie schon erwähnt ist z.B. ein gut gefülltes Portemonnaie ein schwerwiegendes Argument. Außerdem fühlen sich viele Menschen in ihrem Job „sicher“. Der Firma geht es gut, Gehälter werden pünktlich bezahlt und eine betriebliche Altersvorsorge gibt es auch. Warum also den sicheren Pfad verlassen? Klingt auch für mich nachvollziehbar.
Man muss natürlich für sich selber abwägen, welche Konsequenzen man tragen möchte und kann. Wer sich im vorletzten Semester befindet und abbrechen möchte, sollte meiner Meinung nach die Zähne zusammen beißen und durchziehen. Der Weg hinter einem ist länger als das was noch vor einem liegt und es ist eine absehbare Zeit. Zudem hat man eine Qualifikation in der Tasche und eine weitere Grundlage geschaffen. Wer allerdings seit zwei Jahren in einem Job ist, der aufgrund der Branche oder der Kollegen her ätzend ist, der sollte die Courage haben, und den Schritt gehen, den Arbeitsplatz oder Beruf zu wechseln. In diesem Fall ist jede Minute vergeudete Lebenszeit. Unser teuerstes Hab und Gut.

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Lifetime vs. Money
Für mich ist klar, welche Seite mehr wiegt. Lifetime! Wenn ich mal alt bin, möchte ich mich nicht daran zurück erinnern, wie toll ich Karriere gemacht habe und was für einen schönen Blick ich aus meinem Büro hatte. Ich möchte den Generationen nach mir berichten, was ich erlebt und wie ich mein Leben gelebt habe. Wie anfangs erwähnt, ist ein Job das notwendige Beiboot. Ohne lässt sich ein erfülltes Leben nur schwer umsetzen. Mein Kompromiss sind eine Teilzeitstelle und ein Nebenjob in der Gastro. Diese beiden Jobs ermöglichen mir die notwendige Zeit, um mich meinen Leidenschaften Bloggen und Events zu widmen. Karriere kann man das natürlich nicht nennen. Aber es geht mir gut dabei und das zählt für mich mehr. Natürlich kann es sein, dass ich in fünf oder zehn Jahren anders denke, aber auch dann ist es noch nicht zu spät, umzustrukturieren.
Ich habe Freunde mit recht gutem Einkommen. Und wenn ich diese besuche, denke ich mir oft: „Boah, das hättest du auch gerne!“ Aber im Gegenzug gesteht mir mein Kumpel dann: „Hey, ich habe riesigen Respekt vor dem Mut, den du hast, Dein Ding durchzuziehen. Ich wünschte ich könnte das auch.“

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Von daher ist es doch vollkommen okay, wenn man heute ganz woanders ist, als man als im Abschlussjahr vor dem inneren Auge hatte. Und ich ziehe den Hut vor denjenigen, die selbst nach 20 Jahren in einem festen Job noch einmal ihren Mut zusammen nehmen und neue Ufer ansteuern. Wer eine Arbeit gefunden hat, die ihm Spaß macht und genug Geld einbringt um den eigenen Bedürfnissen gerecht zu werden, der hat gewonnen.

Und trotzdem lebe ich nach dem Motto:
Der Weg ich das Ziel!

Pics by Nicci Haumann, Pexels und Unsplash

 

 

6 Gedanken zu „ZIELE! Wo man hin will und wo man landet

  1. Ändern kann man immer noch was, egal wann!
    Inzwischen habe ich komplett andere Interessen als noch vor 10-15 Jahren – hätte ich die damals schon gehabt, dann hätte ich eine andere Ausbildung gemacht…aber da wusste ich das natürlich noch nicht 😉 Dafür habe ich diese Interesse inzwischen zu Nebenberufen gemacht – was sehr zeitintensiv ist – aber einen viel mehr erfüllt als der Hauptjob. Nächstes Ziel: Weiter ausbauen und hoffentlich irgendwann nur noch arbeiten, was Spaß macht! 😉

    1. Hey Sabine,

      klar! Letzendlich ist jeder berufliche Weg eine Karriere. Aber oft deutet man dahinter ja eher eine ansteigende Laufbahn. Und da ich oft Schritte zurück gemacht habe, würde ich meinen Weg nicht als klassische Karriere bezeichnen.

  2. Sehr toll veschrieben! Ich war auch mal Jemand, der oben auf der Karriereleiter war. Von dort, fällt man allerdings sehr tief und als auch meine Erkrankung jetzt schlimmer wurde, habe ich für mich erkannt, dass Arbeit zwar wichtig – meine Familie und Freizeit aber noch wichtiger ist! Klar, ich muss auch Geld nach Hause brinen, allerdings achte ich jetzt mehr auf mich! Wer mal gesundheitlich Angeschlagen ist, merkt schnell, worauf es wirklich ankommt.

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