Ich bin zu alt für den Scheiss!

Die Sache… mit dem Älter werden #2

Das man älter wird, spürt man ja nicht nur an körperlichen Merkmalen wie der meckernde Rücken oder wie in einem vorigen Beitrag erwähnt, dem schlimmer werdenen Kater danach. Man hat auf so gewisse Sachen einfach keinen Bock mehr… Themen mit denen man abgeschlossen hat oder für die man tatsächlich zu alt geworden ist.

Beispiel 1: Moshpit

Ich erinnere mich an Zeiten, da war Metal und Hardcore Punk bei mir ganz oben in der Playlist. Die Gang und ich waren wirklich oft auf Konzerten und wenn es günstig fiel, anschließend auf den Parties, wo entsprechender Sound gespielt wurde. Da gab es Szenarien im „Pit“ wo ich umgenietet wurde und 12 Mann über mich gestolpert sind, bevor man überhaupt realisiert hatte, dass ich da lag. In diesem Moment hat man mir direkt geholfen und mein mit Fußprints bedruckter Körper wurde wieder aufgerichtet. Meine Freundin Laura rollte sich während dessen weiter durch den Pulk und verschwand mit ihren 158cm Körpergröße immer wieder zwischen den extrem dürren oooooder kräftigen Kerlen. Einmal laut „YOLO“ rufen und ab hinterher.
Heute: Nope! „Lass die Kids mal machen Nicci. Da tuste dir nur weh! Nachher holst du dir noch eine Prellung oder sowas, „sagt meine innere Stimme. Am realistischsten wäre, dass mein absolut durchtrainierter und überaus fitter Körper ( 😉 ) aufgrund dieser Hardocre sportlichen Aktivität elendig krepieren würde. Mit dem Alter kommt die Angst vor Schmerzen.

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Beispiel 2: Freibier Party

Da wo es billig Alkohol gab, da sind wir hin! In diversen Clubs gab es damals (ich weiß nicht wie es heute ist) zwischen 22 und 00 Uhr Freibier. Das hieß dann 5 Euro Eintritt zahlen und DRUCKBETANKUNG! Das Bier hatte zwar hart mangelhafte Qualität, aber wir haben uns die Plörre reingezogen, solange die Hähne liefen. War ja „umsonst“ und zeitlich begrenzt.
Aber ernsthaft, geht da jemand ü-30 noch hin? Das letzte Mal stolperte ich auf eine Freibier Party als ich mit einem Jungesellinen Abschied unterwegs war. Also in einem Ausnahmezustand. Ansonsten ist das ungefähr so, als würde man in die Klapsmühle zur 50-Cent Party gehen. Es hat etwas primitiv jugendliches. Keine Kohle in der Tasche, aber Hauptsache besoffen. Dementsprechend ist auch das Publikum bei solchen Festivitäten: Jung oder Dumm. Und dann auch noch dieses stundenlange Anstehen an der Theke… Selbst das beste Barpersonal, kann der Gier nach Trunkenheit der Gäste nicht nachkommen. Natürlich brauchen wir auch heutzutage eine stabile Bierzufuhr, aber bitte vernünftiges Bier und gerne auch zu normalen Preisen. Wenn ich also Ebbe im Geldbeutel habe, würde ich eher auf den Rausch verzichten, anstatt eine Freibier Party zu besuchen. Für so eine Kulisse bin ich ernsthaft zu alt geworden.

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Beispiel 3: Trends

Damals hätte ich mir sehr wahrscheinlich einen Fidget Spinner gekauft. Ohne Grund. Einfach weil den jeder hatte. Heute gucke ich mir das Verkaufsregal an: „Verstehe ich nicht.“ Ein Choker gehört meiner Meinung nach immer noch in die Schublade mit den „Special Toys“ und nicht an den Hals meines Ausgehoutfits. Und Trends die ich schon mal mitgemacht habe, wie z.B. die Tattoo Halsbänder, muss ich kein zweites Mal mitehmen. Vor allem nicht, wenn ich mir Fotos von mir aus den 90ern mit so Teilen angucke und mir denke: „Wie bist du damals nur rumgelaufen?!“ Das Gefühl der Zugehörigkeit durch Trends hört einfach auf und ist eine reine Frage der Laune und des persönlichen Geschmacks geworden. Zum Glück, denn für so manche Entwicklung ist man einfach ein wenig zu alt. 😉

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Photos by lifesimply.rocks / Unsplash, Ben Hammer, 9Gag

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