Freundschaft im Wandel der Zeit

Mit dem Hashtag #bff definieren viele Menschen im Internet ihre Freundschaften. Best Friends Forever! Doch ist es wirklich die Ewigkeit, die eine wirklich gute und echte Freundschaft definiert? Oder gibt es auch andere Faktoren, die beweisen, dass man einen echten Freund hat oder hatte? Sind gemeinsame Interessen eine Grundvorraussetzung?

In der heutigen Zeit, lernt man ja ständig neue Menschen kennen. Manche ziemlich oberflächig, manche mit hohem Sympathiefaktor und andere, über die man gar nicht mehr erfahren möchte. Davon bleibt ein Teil ein paar Jahre lang in deinem Leben hängen und trotzdem übertritt man nie die Schwelle zu einer tieferen Freundschaft. Anderen wiederum öffnet man teilweise ziemlich schnell sein Herz und trotzdem verschwinden sie nach kurzer Zeit wieder aus dem Leben. Teilweise bleibt man sogar verletzt zurück, und genauso kann es passieren, dass man selber treibende Kraft der „Trennung“ war, ohne es zu bemerken.
Was ich damit sagen möchte ist, dass eine Freundschaft nicht zwingend Jahre lang bestehen muss. Sondern mancher Mensch nur kurzweilig eine wichtige Rolle spielt. Es ist eine Beziehung, wie die eines Liebespaares, die mit Emotion und einer Art Zugehörigkeit zu tun hat.

A photo by Andrew Branch. unsplash.com/photos/npCECWX6-d0

Ich selber habe auch eine beste Freundin. Also DIE beste Freundin. Weil es gibt viele Mädels, die mir schon eine halbe Ewigkeit zur Seite stehen, jeden Wandel von mir mitgemacht und in jeglichen Lebensphasen hinter mir standen. Egal, wie nervtötend oder launisch ich war. Und irgendwie sind alle die Besten. Aber diese eine Freundschaft fühlt sich anders an. Das ist Familie. Unsere Interessen haben sehr wenige gemeinsame Nenner und stehen wir nebeneinander, unterscheiden wir uns optisch wie schwarz und weiß. Wir gehen auch nur sehr selten zusammen aus, weil die Dresscodes ihrer Lieblingsclubs für mich eine echte Herausforderung darstellen und dementsprechend auch die Musik. Und trotzdem kennen wir uns schon seit „immer“. Egal wie sich unsere Interessensgebiete auseinander entwickelt haben, standen wir ohne Zweifel zueinander. Klar gab es auch mal Stress und Lästereien. Wie in jeder guten Beziehung. Aber am Ende des Tages, war dann doch stets klar, hinter wem man mit Überzeugung steht.
Aber worauf ich eigentlich hinaus will… hatte ich trotzdem mal so „temporäre beste Freunde“. Klingt total beknackt, ich weiß, aber lasst mich mal erklären. Auf einmal erscheinen Seelenverwandte auf dem Radar, die in ihrer aktuellen Situation die perfekte Kombination zu deiner Stimmungslage sind. Man erobert die Welt auf einer längeren oder kürzeren Reise und erlebt Abenteuer, die einen prägen und stets in Erinnerung bleiben werden. Aber diese Freundschaften sind, wie die Lebensphase die man gemeinsam durchlebt, oft vergänglich. Und trotzdem waren sie echt! Nicht wie so manche Leute, die man schon ein einige Jahre kennt, gut leiden kann und trotzdem nie neue Ebenen der Freundschaft treten. Auch wenn man sich im Gefühl des Augenblicks (z.B. leicht angetrunken) in den Armen liegt und sich schwört, dies zu ändern. Aber es bleiben gute Bekanntschaften, mit denen man gerne Zeit verbringt und die mindestens genauso wichtig sind wie „echte“ Freundschaften.

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Natürlich lehne ich mich mit diesen Aussagen etwas aus dem Fenster. Denn auch hier hat jeder seine eigenen Erfahrungen gemacht. Man tappt gelegentlich auch in Fallen. Hier und da wird man verletzt und behält Narben zurück. Aus diesem Grund fällt es einigen schwer, sich emotional zu binden. In dieser vom Internet dominierenden, schnelllebigen Welt, ist es wirklich schwer, wahre Freunde zu finden. Deswegen genießt doch einfach die Momente, die sich mit den richtigen Menschen gut anfühlen. Eine Freundschaft definiert sich nicht durch ihre Lebensdauer. Sie wird dadurch höchstens qualitativer.

Zum Ende betone ich mal wieder, dass es sich hier um meine Auffassung der Dinge handelt. Auch ich habe meine Wunden davon getragen und manche Narben jucken hier und da noch. Aber wie mit allem im Leben, sucht man Antworten. Und meine geschilderten Erkenntnisse, sind für mich der einfachste Weg, betreffende Umstände zu akzeptieren. Gerne höre ich mir eure Versionen und Meinungen hierzu an. Es gibt kein richtig und kein falsch. Nur Denkanstöße…

Ich wünsche euch einen schönen Start in den Oktober,

eure Nicci

xxx

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